Birmenstorf

Die römisch-katholische Pfarrei St. Leodegar Birmenstorf heisst Sie herzlich willkommen!

Sie zählt seit 2024 zum Pastoralraum Wasserschloss, zusammen mit den Pfarreien St. Blasius Gebenstorf und Christkönig Turgi. Die Zusammengehörigkeit der drei Dörfer geht auf das 14. Jahrhundert zurück. Damals sorgte das Kloster Königsfelden für die öffentliche in Ordnung und die geistliche Versorgung, auch diesseits der Reuss. Als Bern 1528 die Reformation annahm, wurde zwar der Klarissenkonvent und das Franziskanerkloster aufgehoben. Doch der bernische Hofmeister bestimmte im Rang eines Landvogts noch immer über die Besitzungen in Birmenstorf und Gebenstorf.

Zu den Aufgaben des Hofmeisters gehörten auch der Bau und Unterhalt der Kirchen, die Einsetzung und Besoldung der Geistlichen sowie die Wahrung des Religionsfriedens. Letztgenannte Aufgabe war besonders wichtig, weil sich beide Dörfer teilweise zur neuen Konfession bekannten. Sie entwickelten sich zu paritätischen Dörfern. Fortan wohnte der reformierte Prädikant in Gebenstorf, der katholische Priester in Birmenstorf. Zuständig waren sie für beide Pfarreien.

Für Birmenstorf bedeutete das, dass ein Drittel der Bevölkerung evangelisch-reformiert wurde, während zwei Drittel römisch-katholisch blieben. Die beiden Konfessionen teilten sich 400 Jahre lang die mittelalterliche Pfarrkirche, was immer wieder Konflikte nach sich zog.

Kirche St. Leodegar

Das Kirchengebäude – immer wieder umgebaut und erweitert – stand schon, als im Dezember 1147 der grosse Mystiker, Abt und Erneuerer des Zisterzienserordens Bernhard von Clairvaux dort übernachtete. Er war im Vorfeld des Zweiten Kreuzzuges unterwegs, um Adlige zum Kampf und die Gläubigen zu Zahlungen zu motivieren. In seiner Reisebeschreibung kommt auch erstmals der Dorfname Birbovermesdorf vor, das Dorf beim Birnbaum.

Berühmt ist die ehemalige Pfarrkirche für seinen spätgotischen Freskenzyklus, den Handwerker aus Königsfelden um 1440 schufen. Propheten und Apostel halten darauf Spruchbänder mit Zitaten aus dem Alten Testament und mit dem gesamten Glaubensbekenntnis. Begleitet werden sie von den deutlich jüngeren Heiligen Martin und Georg sowie dem Kirchenpatron Leodegar.

Leodegar lebte im 7. Jahrhundert, stieg als tatkräftiger Abt zum beliebten Bischof auf. «Er grünete in allen Tugenden», hält eine Sammlung von Heiligenlegenden fest. Doch er geriet bald in Opposition zum Königshaus der Merowinger. Anfang Oktober 679 starb er als Märtyrer. Sein Erkennungszeichen ist der Bohrer, das Folterinstrument, mit dem man ihm die Augen ausstach. Deshalb gilt er als Nothelfer bei Augenleiden. Die immer durstigen Birmenstorfer sahen im Bohrer allerdings einen Zapfenzieher, verständlich in einem Weinbauerndorf.

Die alte Dorfkirche diente, wie erwähnt, als paritätisches Gotteshaus beider Konfessionen. Seit 1718 gehörte sie je zur Hälfe den beiden Kirchgemeinden. Im 20. Jahrhundert erschien der Zustand des sogenannten Simultaneums als nicht mehr zeitgemäss. Es endete 1930. So stand einem Neubau nichts mehr im Weg. Am 5. Mai 1935 weihte Bischof Josephus Ambühl, Bischof von Basel und Lugano die neue Pfarrkirche ein. Patron blieb Leodegar. Dank etwas Glück blieb das Chor der alten Pfarrkirche mit ihren heute unter Schutz stehenden Fresken stehen.

Als Besonderheit in der Pfarreigeschichte darf zweifellos die Bischofsweihe von Joseph Zimmermann gelten, der Angehöriger der Missionare der Heiligen Familie als erster Bischof der Diözese Morombe in Madagaskar eingesetzt wurde. Die Verbindungen festigte die Aussendung eines weiteren Birmenstorfer Missionars in die gleiche Gegend.

Die Pfarrei St. Leodegar ist eine aktive Kirchgemeinde mit Kirchenchor, Jungwacht-Blauring, erfolgreicher Katechese, K+S-Gruppe und einem lebendigen Pfarreileben. Die Säkularisierung unserer Gesellschaft zeigt sich in sinkenden Mitgliederzahlen. Ende 2024 bekannten sich 912 Personen zur römisch-katholischen Konfession, knapp 30 Prozent der Gesamtbevölkerung Birmenstorfs.

Freskenkapelle

Die Anfänge der ersten Birmenstorfer Kirche gehen wahrscheinlich ins 12. Jahrhundert zurück. Die raschen Untersuchungen in den 1930er Jahren lassen keine genaue Datierung zu. Den ältesten Teil bildete ein einfacher, nicht exakt nach Osten ausgerichteter Bau mit einem Grundriss von 15 auf 9 Metern, dessen Mauerwerk aus Kalkbruchstein und Tuffstein bestand und aussen verputzt war. Um 1300, in frühgotischer Zeit, fügte man ein quadratisches Chor mit einer Seitenlänge von sieben Metern an. Darauf thronte ein kleines Türmchen. Angebaut wurde zudem eine Sakristei mit Verbindung in das Chor und ein Beinhaus. Die Verbindung zwischen dem ursprünglichen Kirchenraum und dem Chor wurde durch eine Öffnung in Form eines Triumphbogens geschaffen. Auf ihm war noch Ende des 18. Jahrhunderts zu lesen, dass hier im August 1440 gemalt wurde. Diese Aussage bezieht sich auf den gotischen Freskenzyklus im Chor, der Künstlern aus dem Umfeld des Klosters Königsfelden zugeschrieben wird. Bei der Fresken-Maltechnik wird mit Kalkwasser angerührte Farbe auf den frischen – eben fresco – Kalkverputz aufgetragen. Korrekturen sind also nur schwer möglich. Die Farbe trocknet und härtet mit dem Kalkstein und überzieht sich mit einer feinen Haut aus Silikat. Der chemische Prozess schützt die Bilder und verleiht ihnen auch nach sechshundert Jahren erstaunliche Langlebigkeit.

Seit der Reformation benutzten sowohl Katholiken als auch Protestanten die Kirche und passten sie dem jeweiligen Kultus und den (Platz-)Bedürfnissen an. Im Jahre 1815 schufen die Birmenstorfer mit einem um fünf Meter verlängerten Kirchenschiff Platz für die wachsende katholische Gemeinde. 1837 fügten sie eine neue Sakristei an der Ostseite an.

Die paritätische Kirche gehörte zu einem Sakralbezirk, der ergänzt wurde durch das katholische Pfarrhaus mit Pfarrhof (beide 1763) – das bis 1896 ausschliesslich katholische Schulhaus – und war umgeben vom bis 1975 konfessionell getrennten Friedhof. In den 1930er-Jahren wurde das paritätische Verhältnis aufgelöst und der Boden geebnet für den Bau der neuen römisch-katholischen Pfarrkirche St. Leodegar (Weihe im Mai 1935) und der evangelisch-reformierten Kirche auf dem Bollerai.

Don Bosco-Haus

Das Don Bosco-Haus war ursprünglich die Pfarrscheune und wurde zusammen mit dem Pfarrhaus im Jahr 1763 gebaut. Beide zählten zu den Prestige-Bauten im Dorf, gebaut in der neuen Technik des Bruchstein-Mauerwerks. Das Baumaterial fanden die einheimischen Handwerker in verschiedenen Birmenstorfer Steinbrüchen. Sowohl das Pfarrhaus als auch die Pfarrscheune trugen Ziegeldächer, hergestellt aus lokalem Lehm.

In jeder Zeit kannten nur die durch die bernische Klosterverwaltung zu Königsfelden in Birmenstorf unterhaltenen Pfrundbauten eine solche Bedachung, namentlich die Kirche, das Pfarrhaus, die Pfarrscheune, die untere Trotte und das Gerichtshaus.

Im frühen 20. Jahrhundert verlor die Pfarrscheune mit den beiden steinernen Rundbögen seinen eigentlichen Zweck. Mit der Gründung der Jungwacht-Schar entstand der Wunsch nach einem Pfarreiheim. 1938/39 begann der Einbau von passenden Räumen und schon bald blühte das katholische Vereinsleben auf. Federführend dabei war Pfarrer Leodegar Rüttimann (1904-1981).

Den Namen leiht der Bau der italienische Priester und Pädagoge Don Bosco (1815-1888), daher der Kurzname «Dombi» für das Don Bosco-Haus. Hier finden die Gruppenstunden der Jubla-Schar statt, der Religionsunterricht, die Proben des Kirchenchors und viele weitere Zusammenkünfte.

Vermietung für externe Gruppen:

Der Pfarrsaal im Obergeschoss steht primär für die Pfarrei-internen Anlässe zur Verfügung.

Externe Gruppen (Vereinsanlass, Sitzungen, kulturelle Veranstaltungen, Vorträge, usw.) können den Pfarrsaal mieten (siehe Benutzungsreglement).

Das Don Bosco-Haus bietet im Obergeschoss Platz für ca. 70 Personen
(Zugang mit Treppenlift). Vorhanden sind Geschirr, Geschirrspülmaschine, Kühlschrank, Kochherd und sanitäre Anlagen.

Zusätzlich steht im Erdgeschoss ein Raum (10 Personen) für Sitzungen, usw. zur Verfügung.

Gruppenraum OG
Küche Gruppenraum OG
Sitzungszimmer EG
Gruppenraum EG

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