Turgi

Die römisch-katholische Pfarrei Christkönig Turgi heisst Sie herzlich willkommen!

Sie zählt seit 2024 zum Pastoralraum Wasserschloss, zusammen mit den Pfarreien St. Blasius Gebenstorf und St. Leodegar Birmenstorf.

Christkönigkirche

(Aus dem Bauinventar des Kantons Aargau)
Autorenschaft: Pfammatter und Rieger (Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger), Architekten, Zürich; Paul Monnier, Glasmaler, Lausanne

Würdigung
Durch die Zürcher Architekten Pfammatter und Rieger errichtete katholische Pfarrkirche von 1957-59, die durch ihre betont modernen Formen auffällt. Der mit einem hellen Anstrich versehene Sichtbetonbau setzt sich aus einem kreisrunden Zentralraum mit fassadenfüllenden Betonverglasungen und den polygonalen Baukörpern von Chor und Eingang zusammen; vor der Kirche erhebt sich der freistehende Glockenturm, der über den Bahnhof hinweg von weitem sichtbar ist. Als ein wichtiges Werk der besonders als Kirchenbauer hervorgetretenen Architekten kommt dem Bauwerk ein herausragender Stellenwert für die Kirchenarchitektur der Nachkriegszeit zu. Mit seiner zentralräumlichen Ausrichtung verweist er zudem auf die damals neuen liturgischen Tendenzen im Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Auch nach der politischen Trennung Turgis von Gebenstorf blieben die Angehörigen beider Konfessionen nach Gebenstorf kirchgenössig [1]. Der Wunsch nach eigenen Gotteshäusern blieb vorerst unrealisiert. Seit der Schaffung eines Vikariats 1925 konnten die Katholiken in der 1894 errichteten Ludwigskapelle jeden Sonntag eine heilige Messe feiern. Praktisch gleichzeitig mit dem protestantischen Gemeindeverein (vgl. Bauinventarobjekt TUR903) wurde 1936 auch ein katholischer Kirchenbauverein gegründet, der 1948 eine Baukommission zur Erstellung einer katholischen Kirche in Turgi bestellte. 1950 erfolgte die Gründung einer eigenen Pfarrei Turgi [1].
1955 erarbeitete der Architekt Paul Gaudy aus Rorschach, Sohn des bekannten Kirchenbauers Adolf Gaudy [2], ein Vorprojekt. Auf dieser Grundlage veranstaltete man 1956 einen Wettbewerb unter vier eingeladenen Architekten, nachdem man kurz zuvor noch den seit 1950 vorgesehenen Bauplatz im „Gut“ mit dem definitiven in den „Weichlen“ vertauscht hatte. Zum Siegerprojekt wurde der Beitrag „Pax“ der Architekten Ferdinand Pfammatter und Walter Rieger, Zürich, bestimmt; weitere Teilnehmer waren Gaudy selbst, Otto Sperisen, Solothurn sowie Alois Stadler und Hanns A. Brütsch, Zug.

Bau- und Nutzungsgeschichte
Ferdinand Pfammatter (1916-2003) und Walter Rieger (1915-1990) führten seit 1948 in Zürich ein gemeinsames Büro, das noch bis 1967 bestand. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt in Zürich und Umgebung bereits mehrere katholische Kirchen realisiert, so Dreikönigen in Zürich-Enge (1949/50) und St. Gallus in Zürich-Schwamendingen (1955/56), die beide stark von Auguste Perrets bekannter Betonkirche Notre Dame du Raincy (bei Paris) inspiriert waren. Mit weiteren Bauten in den darauffolgenden Jahren erlangten sie breite Bekanntheit und gehören aus heutiger Sicht zweifellos zu den bedeutendsten schweizerischen Kirchenarchitekten der Nachkriegszeit [3].
Gemäss dem Projekt von Pfammatter und Rieger wurde die Ausführung des Baus 1957 begonnen und die Baustelle mit der Grundsteinlegung am 8. Dezember 1957 feierlich eingesegnet. Am 15. März 1959 erfolgte die Kirchweihe durch Franciscus von Streng, Bischof von Basel und Lugano. Die Bildhauerarbeiten wurden von den Architekten selbst entworfen [4]. Der Glasmaler Paul Monnier, Lausanne, entwarf eine Kreuzwegdarstellung als Betonverglasung. Das Geläute wurde von Rüetschi in Aarau geliefert [5]. Nur ein Jahr nach der Fertigstellung der katholischen Kirche wurde 1960 auch die reformierte Kirche eingeweiht (vgl. Bauinventarobjekt TUR903).
Erst 1973 erhielt die Kirche eine Orgel (Orgelbau Metzler, Dietikon) [6]. Gleichzeitig wurde eine erste Renovation vorgenommen, der 1998 eine Gesamtrenovation folgte [7].

Die katholische Christkönigskirche von Turgi steht südlich des Bahnhofs in der „Weichlen“, wo sie mit ihrem Turm über das Bahnareal hin von weitem sichtbar ist. Es handelt sich um einen betont modernen Sakralbau, der in zentralräumlicher Disposition mit freistehendem Glockenträger konzipiert ist. Aus Sichtbeton ausgeführt, war das Gebäude bereits ursprünglich mit einem farblich differenzierten Anstrich versehen (vgl. historische Aufnahmen). Innerhalb des Werks von Pfammatter und Rieger entfernte sich der Bau damit stärker von der klassizistischen Haltung Auguste Perrets, wie sie noch in der etwas früheren Zürcher Dreikönigskirche deutlich spürbar ist [8]. Auch folgte er zum ersten Mal einer zentralräumlichen Orientierung, nachdem Pfammatter noch in seiner Dissertation zum modernen Kirchenbau von 1948 die traditionelle Längsrichtung befürwortet und sich kritisch über zentralisierende Räume für katholische Kirchen geäussert hatte [9]. Umsetzung fand in Turgi so die Forderung der liturgischen Bewegung, die Gemeinde näher an den Altar zu rücken, wie sie später auch in den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils Ausdruck fand [10].

Im Grundriss besteht die Kirche aus einem kreisrunden Schiff von zwanzig Metern Durchmesser, dem zwei Trapeze für den Chor sowie für Eingang und Empore angefügt sind. Vor dem südwestorientierten, kompakten Baukörper erhebt sich der freistehende Glockenturm, welcher den Zugang von der Weichlenstrasse her markiert. Der Hauptbau ist in seiner Mittelpartie durch grossflächige Glasbetonfenster bestimmt, während die beiden trapezförmigen Seitenstücke fensterlos sind. Horizontal werden die Glasbetonfenster durch zwei dunkler gefasste Fassadenbänder unterbrochen; vertikal sind sie durch quergestellte, dünne Wandscheiben gegliedert, die wie die übrigen Fassadenmauern hell gefasst sind. Sie fungieren als Träger für das Dach, eine flache Kuppel mit konischem Abschluss, die über einem horizontal betonten, über den Baukörper vorspringenden Flugdach aufsetzt. Analoges gilt für das strassenseitige, weit auskragende Vordach, das nicht nur den Einang beschirmt, sondern auch einen Annexbau mit der Taufkapelle einbezieht. Es endet mit einer schmalen Fuge kurz vor dem leicht vorgerückten Glockenturm, der so als freistehender Baukörper artikuliert ist. Dieser setzt sich aus zwei unterschiedlich hohen, im Winkel von 90 Grad gegeneinander verdrehten Jochen zusammen, deren dünne Betonscheiben als spannungsvolle geometrische Skulptur erscheinen und Durchblicke auf das offene Turminnere geben. Asymmetrisch über die Fassadenplatte auskragend sind im dritten Turmgeschoss zwei grossflächige Zifferblätter angebracht.

Beschreibung
Im rückwärtigen Bereich des Areals schliesst, über einen langgestreckten eingeschossigen Zwischentrakt direkt mit der Kirche verbunden, das Pfarrhaus an. Das zweistöckige Gebäude, das von einem flachgeneigten Satteldach abgeschlossen wird und dessen Eingang im Zwischentrakt liegt, zeigt im Erdgeschoss breitrechteckige Einzelfenster, im Obergeschoss ein betont modernes Bandfenster.

Der Kircheneingang unter dem strassenseitigen Vordach besteht aus drei Türen, die mit abstrakten Kreuzmustern aus goldeloxiertem Aluminiumblech verziert sind. Sie geben Zugang zu einer Vorhalle, von der aus linkerhand die Taufkapelle, rechts über eine Treppe die Empore erschlossen sind. Bemerkenswert sind die schön gestalteten, marmornen Weihwasserbecken, die in ebenfalls marmorne Wandfelder mit goldener Rahmung eingelassen sind. Das kreisrunde Kirchenschiff erhält durch die Glasbetonfenster eine gedämpfte Lichtstimmung, während der polygonale Chorbereich durch zwei für den Eintretenden nicht sichtbare, raumhohe Fensterflächen zusätzlich belichtet wird. Auf gegensätzliche Wirkung angelegt sind auch die flachen Chor- und Emporendecken, welche mit der flachen Kuppelschale des Schiffs kontrastieren. Die Betonverglasungen von Paul Monnier, Lausanne, zeigen im oberen Bereich des unteren Registers einen Kreuzweg in stilisierten und archaisierenden Formen, wobei die Farbpalette von gelb und blau dominiert wird. Im untersten Streifen und im gesamten oberen Register hingegen sind ähnliche Motive in rein ornamentaler, unregelmässiger Weise abgewandelt. Dazwischen liegt ein mit hellem Holz verblendeter Wandstreifen.

Der Altar ist als langgestreckter, seitlich weit auskragender Block aus Botticino-Marmor gestaltet. Darüber hängt axial ein lebensgrosser, farbig gefasster Kruzifixus „von ungelenk massigem Körperbau, zweite Hälfte 17.Jh.“ [11]; rechts steht eine farbig gefasste Muttergottesstatue. Die Beleuchtungskörper sind seit der Renovation von 1998 ersetzt, entsprechen in der Disposition aber dem ursprünglichen Zustand. Auf der geschwungenen Empore steht die Orgel von 1973. Unter der Empore sind zu beiden Seiten des Eingangs die in das Gesamtkonzept eingebundenen Türen der Beichtstühle angeordnet. Der Boden ist mit mattschwarzen Fliesen belegt. Darauf stehen noch die ursprünglichen, schlichten, aber gediegen gestalteten Kirchenbänke.

Die Taufkapelle wird durch eine farblich ähnliche, in den Formen allerdings flächige Kunstverglasung belichtet. Sie ist mit Taufbecken und Altar wiederum aus Marmor sowie einer weiteren Muttergottesstatue ausgestattet.

Ludwigskapelle

Grab- und Friedhofskapelle
Zwischen dem steil abfallenden Limmatbord und den Bahngeleisen steht in einer kleinen Parkanlage die Ludwigskapelle. Park und Kapelle vermitteln den Eindruck, als befänden sie sich im Dornröschenschlaf. Die Anfänge des Kirchleins sind mit der Industrialisierung Turgis verbunden. Diese beginnt in der ersten Hälfte des 19. Jh. mit der Errichtung einer Baumwollspinnerei an der Limmat. Weitere Industriebetriebe entstanden und immer mehr Menschen liessen sich im untersten Limmattal nieder. 1884 löste sich Turgi von Gebenstorf und wurde eine selbständige Gemeinde.

1894 starb der Fabrikbesitzer Louis (Ludwig) Kappeler-Bebié. Seine Tochter Mathilde erbaute für ihren Vater eine Grabkapelle. Im folgenden Jahr starb auch Mathilde. Sie fand ihre letzte Ruhstätte nicht in der Kapelle, sondern an der Aussenwand des Chors. Der Schöpfer des eindrücklichen Grabmals mit einem Engel aus weissem Marmor ist kein geringerer als Richard Kissling, der Autor des 1895 eingeweihten Telldenkmals in Altdorf. Insgesamt ruhen auf dem Friedhof hinter der Kapelle elf Angehörige der miteinander verwandten Industriellenfamilien Bebié, Kappeler, Zai und Landolt.

Hut des Grossbürgers
1897 gelangte die Ludwigskapelle als Geschenk an den Piusverein und später an den Schweizerischen Katholischen Volksverein. Seit 1934 gehört das Gotteshaus der Kirchgemeinde Gebenstorf-Turgi. Nach der Schaffung eines Vikariats Turgi innerhalb der Pfarrei Gebenstorf 1925 fand in der Kapelle jeden Sonntag eine Messe statt. Als das Kirchlein die stetig wachsende Zahl der Gläubigen nicht mehr aufzunehmen vermochte, verlegte man die Gottesdienste ins Schulhaus. Seit 1959 verfügen die Katholiken von Turgi über eine moderne Pfarrkirche. Heute findet im Sommer in der Ludwigskapelle einmal im Monat ein ökumenisches Abendgebet statt.

Als Architekt der Grabkapelle wird Aloys Otto Dorer aus Baden vermutet, der zahlreiche Neubauten für die Turgemer Oberschicht und 1888 auch die katholische Kirche von Gebenstorf erstellte. Im Inneren der Kapelle überraschen die imposanten Wölbungungen und die schönen Dekorationsmalereien. Der Altar trägt ein Ölbild des Christusknaben unter einem reich geschnitzten neugotischen Baldachin. Im Bild der Fensterrosette über dem Portal hält der Erzengel Gabriel das Wappen der Industriellenfamilie Kappeler. Ob Dorer mit dem Blechdach auf dem Glockenträger tatsächlich auf die Hutmode der damaligen Grossbürger anspielte, wie dies behauptet wird, sei dahingestellt. (lh)

Quelle:
Römisch-Katholische Kirche im Aargau
im Rahmen des Projekts «Kirchensteuern sei Dank»

Antoniuskapelle

St. Antonius an der Heerstrasse
Nördlich von Gebenstorf, dort wo sich die Wege nach Baden und Vogelsang trennten, stand spätestens seit dem 15. Jh. eine dem hl. Antonius von Padua geweihte Kapelle. 1605 wurde das kleine Gotteshaus erneuert, nachdem es von Protestanten zerstört worden war. Der Bau der heutigen Kapelle in Wil bei Turgi, früher Niederwil oder Unterwil genannt, geht auf ein Vermächtnis zurück: Leonhard Killer hinterliess 80 Gulden für eine neue Kapelle. Noch existierte das Dorf Turgi nicht und der Weiler Niederwil war nach Gebenstorf der erste Ort an der bedeutenden Strasse nach Baden. Wie die alte Antoniuskapelle nahe Gebenstorf sollte auch die Neue als sakrale Wegbegleiterin Durchreisende zur Einkehr und zum Gebet einladen.

Das von Leonhard Killer vermachte Geld wurde dem Pfarrer von Birmenstorf ausgehändigt, der den Bau der Kapelle selbst unterstützte. Schwierigkeiten bereitete der Gebenstorfer Prädikant, der sich gegen eine Versetzung der Antoniuskapelle nach Niederwil wehrte. Offenbar war den Reformierten das kleine Heiligtum nicht gleichgültig. Im Gegenteil: Ein im 15. Jh. von der Kirchgemeinde Gebenstorf beschlossener Bodenzins für den Unterhalt der Antoniuskapelle wurde auch nach dem Bau des neuen Kirchleins von Katholiken und Reformierten weiterhin anteilsmässig entrichtet. 1717 begannen die Niederwiler ohne Wissen des reformierten Landvogts mit dem Kapellenbau. Trotz des eigenmächtigen Vorgehens bewilligte die Tagsatzung nachträglich die Errichtung des Gotteshauses.

Sinnbild für christliches Teilen
1729 stiftete der Birmenstorfer Pfarrer der Kapelle einen Flügelaltar. Das im Jahr 1564 gefertigte Kunstwerk stammte aus der Verenakapelle in Baden und war in den Besitz des Pfarrers gelangt. Anlässlich der Kapellenrenovation von 1901 kam der wertvolle Altar ins Landesmuseum, das ihn 1925 dem Historischen Museum in Baden verkaufte. Zur heutigen Ausstattung der Kapelle gehören eine Kreuzigungsgruppe aus der Zeit um 1720/30, eine etwa gleichaltrige Statue des Kapellenpatrons sowie ein moderner Wandteppich mit den eucharistischen Gaben Brot und Wein. Tabernakel und Ewiges Licht weisen darauf hin, dass in der Kapelle regelmässig, jeweils am Donnerstag, Gottesdienste gehalten werden. Die Tabernakeltür trägt ein Relief des bekannten Fastenopfersignets, ein Sinnbild für christliches Teilen – passend zum Kapellenpatron, dem Fürbitter der Armen. In dessen Namen wird in vielen Gotteshäusern das Antoniusbrot eingezogen, eine Geldspende für Notleidende. (lh)

Quelle:
Römisch-Katholische Kirche im Aargau
im Rahmen des Projekts «Kirchensteuern sei Dank»

Pfarrsaal Unterbau Turgi

Vermietung des Pfarrsaales

Unser Pfarrsaal steht der Pfarrei sowie externen Gruppen für verschiedene Anlässe zur Verfügung. Ob Familienfeier, Vortrag, Vereinsanlass, Sitzungen oder kulturelle Veranstaltungen – der Saal bietet einen freundlichen Rahmen und flexible Nutzungsmöglichkeiten.

Ausstattung:
heller, grosszügiger Saal mit Platz für ca. XX Personen
Tische und Stühle nach Bedarf
vollständig ausgestattete Küche (nach Vereinbarung nutzbar)
Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
WC-Anlage vorhanden

Separates Musikzimmer für kleinere Gruppen
geeignet für ca. 15 Personen,
ausgestattet mit einem Klavier – ideal für Proben, Musikunterricht

Mietbedingungen und Kosten:
Die Mietpreise richten sich nach Art und Dauer der Veranstaltung. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne eine detaillierte Übersicht zu.

Buchung & Kontakt:
Für Reservationen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat

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Musikzimmer

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